Thermoplastische Elastomere (TPE) von Horst Gummi vereinen die gummielastischen Eigenschaften von Elastomeren mit der einfachen Verarbeitbarkeit von Thermoplasten. Sie sind schmelzbar, recycelbar und ideal für 2K-Spritzguss (Hart-Weich-Verbindungen). Typen: TPE-S (Styrol-Basis), TPE-V (Santoprene®, vernetzt), TPE-U (TPU, Polyurethan). Fertigung: Spritzguss und Extrusion.
TPE & TPU: Die smarte Alternative zu Gummi

- Recycelbar: Angüsse und Fehlteile können wieder eingeschmolzen werden.
- Wirtschaftlich: Kürzere Zykluszeiten als bei Kautschuk (keine Vulkanisationszeit).
- Design-Freiheit: Einfärbbar in allen Farben, ideal für Design-Elemente.
Was sind TPEs?
Thermoplastische Elastomere bestehen aus einer weichen (elastischen) und einer harten (thermoplastischen) Phase. Anders als vulkanisierter Gummi (Duroplast) wird TPE nicht chemisch vernetzt, sondern physikalisch.
Vorteile:
Die wichtigsten TPE Werkstoffe
TPE ist nicht gleich TPE. Wir wählen die richtige Untergruppe für Ihre Anwendung.
| Basis | Kürzel | Marken | Stärken | Anwendungen |
|---|---|---|---|---|
| Styrol (SBS/SEBS) | TPE-S | Kraton®, Thermolast® | Günstig, gut einfärbbar, weich | Standard-TPE, Griffe, Bedienelemente, Kabelummantelungen |
| Olefin (PP/EPDM) | TPE-O | Santoprene® | Witterungsbeständig, leicht | Gehäusedichtungen, Schutzabdeckungen, Wetterschutzprofile |
| Urethan | TPE-U (TPU) | Desmopan®, Elastollan® | Hohe Abriebfestigkeit, mechanisch stark | Kabel, Schutzschläuche, Förderrollen |
| Ester | TPE-E (TPC) | Hytrel®, Arnitel® | Hohe Temperaturbeständigkeit, hohe Abriebfestigkeit, reißfest | Wellrohre, Membranen, Kupplungen |
| Olefin, vernetzt | TPE-V (TPV) | Santoprene® | Elastomerähnlich, chemikalienbeständig | Dichtungen, Ventilmembranen, Schwingungsdämpfer |
| Amid | TPE-A (TPA) | Pebax®, Vestamid® | Hochleistung, kälteflexibel | Flexible Schläuche, Steckverbinder, Medizintechnik |
Unsere Produktgruppen
Sechs Produktgruppen, ein Werkstoff-Know-how: Das Elastomer-Portfolio von Horst Gummi.
Intelligente Lösungen für diverse Branchen
Thermoplastische Elastomere ersetzen zunehmend herkömmlichen Gummi und PVC. Sie ermöglichen neue Designkonzepte, Gewichtsreduktion und kosteneffiziente 2K-Verbundlösungen.
Automobilindustrie
Funktion trifft Haptik: TPE-V und TPE-S sorgen im Innenraum für hochwertige "Soft-Touch"-Oberflächen (z.B. Drehregler, Ablagematten) und reduzieren Klappergeräusche. Im Außenbereich überzeugen sie als leichte Fensterkapselungen und Dichtlippen durch Witterungsbeständigkeit.
Konsumgüter & Werkzeuge
Ergonomie im Griff: TPE macht Produkte griffig und rutschfest. Ideal für 2K-Anwendungen wie Zahnbürstengriffe, Power-Tool-Gehäuse oder Rasierer, bei denen Hartkunststoff (Stabilität) und TPE (Komfort) untrennbar verbunden werden.
Bauwesen & Architektur
Dauerhaft dicht: Co-extrudierte Fensterdichtungen und Dehnungsfugenprofile aus TPE widerstehen UV-Strahlung und Ozon über Jahrzehnte. Sie bleiben auch bei Kälte elastisch und sind – anders als PVC – weichmacherfrei.
Medizintechnik & Pharma
Reinheit entscheidet: Unsere medizinischen TPE-Grades sind latex- und PVC-frei. Sie eignen sich perfekt für Spritzenkolben, Infusionsschläuche und Beatmungsmasken, sind sterilisierbar und physiologisch unbedenklich (USP Class VI konform).
Fertigungstechnologien
Wir nutzen die Vorteile von TPE für hocheffiziente Prozesse.
Spritzgusstechnik
High-Speed-Moulding: Herstellung von Dichtungen, Tüllen und Gehäuseteilen in Sekundenschnelle. Spezialität: 2K-Spritzguss (z.B. TPE-Dichtung direkt an ein PP-Gehäuse angespritzt).
Extrusionstechnik
Endlos-Profile: Fensterdichtungen, Schläuche und komplexe Profile. Co-Extrusion von Hart- und Weichzonen möglich.
Stanz- & Schneidtechnik
2D-Zuschnitte: Flachdichtungen und Streifen aus Plattenware (Stanzen, Plotten, Wasserstrahlschneiden).

FAQ & Entscheidungshilfen
TPE (Thermoplastische Elastomere) und Gummi (Elastomere) haben auf den ersten Blick ähnliche Eigenschaften – beide sind flexibel, weich und gummiartig. Der entscheidende Unterschied liegt in der Verarbeitung und Wiederverwendbarkeit.
Gummi wird durch Vulkanisation chemisch vernetzt. Dieser Prozess ist irreversibel: Einmal vulkanisiertes Gummi kann nicht wieder aufgeschmolzen oder recycelt werden. Das macht Gummi besonders stabil bei dauerhafter Verformungsbelastung (geringere Druckverformungsrest), aber auch aufwendiger in der Herstellung.
TPE hingegen verhält sich bei Raumtemperatur wie ein Elastomer, lässt sich aber bei Wärme aufschmelzen und wie ein Thermoplast verarbeiten – zum Beispiel im Spritzgussverfahren. Das ermöglicht kürzere Zykluszeiten, einfacheres Recycling und die Möglichkeit zur Mehrkomponentenverarbeitung (z. B. Hart-Weich-Verbindungen).
Für den Maschinenbau bedeutet das: TPE ist dort die wirtschaftlichere Wahl, wo keine extremen Dauerbelastungen oder sehr hohe Temperaturen auftreten. Bei hohen Anforderungen an den Druckverformungsrest oder Temperaturen über 150 °C bleibt Gummi oft die bessere Option.
Für den Außeneinsatz sind vor allem zwei TPE-Typen geeignet: TPE-O und TPE-V.
TPE-O (Olefin-Basis, PP/EPDM) bietet gute UV- und Witterungsbeständigkeit bei gleichzeitig niedrigem Gewicht. Es wird häufig für Dichtungen, Schutzabdeckungen und Gehäuseteile eingesetzt, die dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind.
TPE-V (vernetztes Olefin, TPV) geht einen Schritt weiter: Durch die dynamische Vernetzung verhält es sich ähnlich wie klassisches Gummi, ist aber thermoplastisch verarbeitbar. Es bietet bessere Langzeitstabilität, geringeren Druckverformungsrest und ist beständiger gegenüber Ozon und UV-Strahlung als TPE-O.
TPE-S (Styrol-Basis) ist für den Außeneinsatz weniger geeignet, da es ohne spezielle Stabilisierung zur UV-Versprödung neigt.
Empfehlung: Für einfache Schutzteile und Abdeckungen reicht TPE-O aus. Für Dichtungen und Bauteile mit langer Lebensdauer im Außenbereich ist TPE-V die zuverlässigere Wahl.
TPU (Thermoplastisches Polyurethan, auch TPE-U) ist der Hochleistungstyp unter den TPE-Werkstoffen und hebt sich in mehreren Punkten deutlich ab.
TPU ist die erste Wahl, wenn hohe Abriebfestigkeit gefordert ist – etwa bei Förderrollen, Kabelummantelungen oder Schutzschläuchen, die mechanisch stark beansprucht werden. Kein anderer TPE-Typ erreicht vergleichbare Abriebwerte.
Darüber hinaus überzeugt TPU durch hohe Zugfestigkeit, gute Öl- und Fettbeständigkeit sowie eine breite Härtepalette von sehr weich bis semiflexibel. Es haftet gut auf vielen Substraten, was es ideal für Mehrkomponentenbauteile macht.
Der Nachteil: TPU ist feuchtigkeitsempfindlich (Hydrolyse) und muss vor der Verarbeitung getrocknet werden. In dauerhaft feuchten oder wasserkontaktierten Umgebungen sind hydrolysebeständige Spezialtypen notwendig.
Kurz: TPU ist die richtige Wahl bei mechanisch anspruchsvollen Anwendungen mit Abrieb-, Zug- oder Stoßbelastung. Für einfache Dichtungs- oder Griffanwendungen sind günstigere TPE-Typen wie TPE-S oder TPE-O ausreichend.
Die chemische Beständigkeit variiert stark zwischen den TPE-Typen. Für den Einsatz mit Ölen, Kraftstoffen und Chemikalien kommen vor allem folgende Typen infrage:
TPU (TPE-U) ist beständig gegen Mineralöle, Fette und viele aliphatische Kohlenwasserstoffe. Es eignet sich gut für Dichtungen und Schläuche in ölführenden Systemen.
TPE-V (TPV) bietet durch seine vernetzte Struktur eine deutlich bessere Chemikalienbeständigkeit als unvernetztes TPE-O. Es widersteht Ölen, Hydraulikflüssigkeiten und vielen Industriechemikalien – vergleichbar mit EPDM-Gummi.
TPE-E (TPC) ist beständig gegen viele unpolare Medien und eignet sich für Membranen und Dichtungen in der Fluid- und Prozesstechnik.
Weniger geeignet für Öl- und Kraftstoffkontakt sind TPE-S und TPE-O – sie quellen in Kohlenwasserstoffen und verlieren ihre mechanischen Eigenschaften.
Wichtig: Wie bei allen Werkstoffen gilt auch bei TPE, dass die Beständigkeit vom konkreten Medium, der Konzentration und der Temperatur abhängt. Eine Beständigkeitsprüfung anhand von Datenblättern oder Mustertests ist vor dem Serieneinsatz empfehlenswert.
Die Temperaturbeständigkeit ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den TPE-Typen und sollte bei der Materialauswahl sorgfältig geprüft werden.
TPE-S ist der temperaturempfindlichste Typ: Dauereinsatz bis ca. 60–80 °C, kurzfristig bis ca. 100 °C. Für erhöhte Temperaturen nicht geeignet.
TPE-O und TPE-V sind bis ca. 100–130 °C dauerhaft einsetzbar, TPV-Typen mit hohem Vernetzungsgrad erreichen bis zu 135 °C.
TPU (TPE-U) ist bis ca. 80–100 °C stabil, je nach Typ. Bei höheren Temperaturen nimmt die mechanische Festigkeit ab.
TPE-E (TPC) und TPE-A (TPA) sind die temperaturbeständigsten TPE-Typen: TPE-E bis ca. 140–150 °C, TPE-A bis ca. 150–170 °C dauerhaft. Damit sind sie die einzigen TPE-Typen, die sich für anspruchsvollere Hochtemperaturanwendungen eignen.
Zum Vergleich: Klassische Elastomere wie Silikon oder FKM erreichen 200 °C und mehr. Für Anwendungen oberhalb von 150 °C ist daher oft ein Wechsel zu Elastomeren oder Hochleistungskunststoffen wie PEEK sinnvoller.
Nein – TPE-Teile erreichen grundsätzlich nicht die gleichen engen Toleranzen wie Hartkunststoffe. Das liegt in der Natur des Materials: TPE ist weich und flexibel, was eine hohe Maßhaltigkeit erschwert.
Beim Spritzguss von TPE treten typischerweise größere Schwindungswerte auf als bei Hartkunststoffen wie POM oder PA. Zudem können Teile unter Druck oder bei Temperatureinwirkung leicht verformen.
Für Dichtungen, Griffe oder Schutzabdeckungen ist das in der Regel unproblematisch – dort stehen Funktion und Haptik im Vordergrund, nicht enge Maßtoleranzen.
Für Präzisionsbauteile, bei denen enge Toleranzen zwingend erforderlich sind, sind Hartkunststoffe wie POM oder PA die bessere Wahl. TPE wird in solchen Fällen oft nur als Funktionskomponente in Mehrkomponentenbauteilen eingesetzt – zum Beispiel als weiche Dichtlippe auf einem formstabilen Hartkunststoffträger.
Fazit: TPE und Hartkunststoffe ergänzen sich häufig, sind aber selten austauschbar. Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Konstruktion und Fertigung ist auch hier empfehlenswert.

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